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Das Bausparprinzip

Bausparen hat in Deutschland bereits eine lange Tradition. Schon nach dem Ersten Weltkrieg fanden sich Menschen zusammen, die gemeinsam ihren Traum vom Eigenheim erfüllen wollten. Dabei sparte ein Teil der Menschen Geld für das notwendige Eigenkapital an, der andere Teil der Bausparer konnte bereits auf ein Bauspardarlehen zugreifen. Durch die Tilgungsleistungen der Finanzierer sowie die Ansparleistungen der Bausparer konnten sich so nach und nach alle Menschen Ihren Wunsch nach Wohneigentum erfüllen.

Der Bausparvertrag

Grundsätzlich unterscheidet man beim Bausparen eine Ansparphase und eine Darlehensphase. Beim Abschluss eines Bausparvertrages vereinbaren die Bausparkassen mit ihren Kunden eine Bausparsumme sowie eine monatliche Sparleistung. Während der Sparphase können Bausparer entweder monatlich feste Beträge per Dauerauftrag oder Lastschrifteinzug bezahlen, es besteht aber auch die Möglichkeit, unregelmäßige Beträge einzuzahlen. Ist dann, je nach Tarif, 40-50% der Bausparsumme erreicht und wurde gleichermaßen die Mindestspardauer eingehalten, kann der Vertrag zugeteilt werden. Der Bausparer wird dabei über die Zuteilungsreife schriftlich informiert und kann sich nun entscheiden, ob lediglich das Guthaben oder auch das Bauspardarlehen ausgezahlt werden sollen. Bei der Entscheidung für das Bauspardarlehen wird nach Prüfung der kreditrelevanten Unterlagen ein Darlehensvertrag geschlossen. Die Zinsen für dieses Darlehen werden bereits bei Abschluss des Bausparvertrages, also oft Jahre vor der eigentlichen Darlehensnutzung, vereinbart. Um das Bauspardarlehen abzusichern, lassen die Bausparkassen in der Regel eine Grundschuld ins Grundbuch des Kreditnehmers eintragen. Vorteilhaft ist dabei, dass Bausparkassen in der Regel auch zweitrangige Finanzierungen vornehmen. Bei geringen Darlehenssummen bis 30.000 Euro wird sogar oftmals auf die Grundschuld verzichtet.

Bausparverträge für unterschiedliche Ziele

Bausparen kann auch heute noch dazu genutzt werden, zinsgünstig zu finanzieren. Doch auch Menschen, die einen hoch verzinslichen Sparplan mit einem hohen Maß an Sicherheit suchen, sind beim Bausparen genau richtig. Für die unterschiedlichen Wünsche und Ziele bieten die Bausparkassen verschiedene Tarife an. Ein Bauspar-Vergleich bietet die Möglichkeit, diese Tarife zu vergleichen. Dabei sollten allerdings nicht nur die Zinssätze, sondern auch die Abschlussgebühren beachtet werden.

Für Finanzierer bieten die Bausparkassen dabei Tarife mit einem eher niedrigen Guthabenzins von 1,0-2,0% p.a., die Zinssätze für die späteren Bauspardarlehen sind demgegenüber oft günstiger als konventionelle Bankdarlehen. Sparer hingegen können Bausparverträge mit höheren Guthabenzinsen nutzen. Dabei wird in den meisten Fällen eine Grundverzinsung von 1,0-2,0% p.a. bezahlt, zudem erhalten Sparer bei Ablauf des Vertrages einen Zinsbonus von bis zu 300%.

Die Förderung beim Bausparer

Bausparverträge bieten die Möglichkeit, staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen. Dies ist zum einen die Wohnungsbauprämie. Sie beträgt 8,8% und kann pro Person für 512 Euro jährlich in Anspruch genommen werden. Bereits ab 16 Jahren besteht die Möglichkeit, Wohnungsbauprämie für Einzahlungen auf Bausparverträge zu nutzen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass die Wohnungsbauprämie seit Januar 2009 nur noch dann ausgezahlt wird, wenn die Gelder aus dem Vertrag wohnwirtschaftlich für Renovierungen, Modernisierungen oder den Kauf einer Einbauküche eingesetzt werden. Lediglich Bausparer unter 25 Jahren müssen keinen derartigen Nachweis bringen.

Neben der Wohnungsbauprämie kann für das Bausparen auch die Arbeitnehmersparzulage von 9% genutzt werden. Sie kann jedoch nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die Sparleistungen direkt vom Arbeitgeber überwiesen werden.

Für den Erhalt beider Förderungen sind eine Mindestvertragslaufzeit von sieben Jahren sowie Einkommensgrenzen einzuhalten.